Kirchenkonzert: Altöttinger Bach-Chor in St. Magdalena

Datum: So., 08.11.2026, 17:00

Ort: Kapellplatz

Veranstalter: Balloon Events Network

Kategorien: music, spiritual, culture

Gottes Lob nach der Schlacht Konzert des Altöttinger Bach-Chors am Sonntag 08.11.26 in St. Magdalena Nur Händel steht auf dem Programm des Altöttinger Bach-Chors bei seinem nächsten Konzert am Sonntag, dem 08.11.26. Nur? Was heißt hier ,nur‘? Für viele Barock Enthusiasten und zahlreiche Musikliebhaber ist der 1685 in Halle an der Saale geborene Komponist das Nonplusultra, nicht nur was Barockmusik angeht. Die Opern von Händel haben in den letzten Jahrzehnten auf den Bühnen der Welt eine enorme Renaissance erfahren und stehen mittlerweile gleichberechtigt neben den Werken von Puccini und Mozart. Auch Menschen, die sonst eher für Brahms oder Tschaikowsky schwärmen, müssen neidlos anerkennen, dass der Sachse, der dann in London groß Karriere machte, zu den besten Komponisten aller Epochen zählt. Wenn der Bach-Chor sich damit dem großen „Gegenspieler“ seines Namensgebers J.S.Bach zuwendet, und in diesem Konzert voll und ganz, hat das also seine volle Berechtigung. Auf dem Programm steht das recht bekannte „Dettinger Te Deum“, HWV 238, eine Vertonung des großen Gotteslobs, das Händel für einen Dankgottesdienst anlässlich des Sieges der britischen und österreichischen Truppen über die französische Armee in der Schlacht bei Dettingen schrieb. Händel verwendet hierzu den englischen Text des eigentlich in Latein abgefassten „Te Deum‘s“. Dettingen ist ein Teil der heutigen Gemeinde Karlstadt am Main mit gut 4.000 Einwohnern in der Nähe von Aschaffenburg. Dort kämpften am 27.06.1743 im Rahmen des österreichischen Erbfolgekrieges ca. 60.000 Mann gegeneinander. Der englische König Georg II. nahm an der Schlacht selbst teil. Der österreichische Erbfolgekrieg (1740 bis 1748) entbrannte, nachdem der Vater von Maria Theresia, Karl VI., verstorben war und aufgrund der sog. „pragmatischen Sanktion“ die junge Prinzessin Erzherzogin von Österreich wurde. Damit war aber nicht geklärt, wer römisch-deutscher Kaiser werden sollte. Lange waren dies nur Habsburger gewesen und Maria Theresia wollte ihren Ehemann Franz Stefan zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation machen, was erwartungsgemäß bei den anderen deutschen Fürsten und in Europa auf wenig Gegenliebe stieß. Für die Jahre 1742 bis zu seinem Tod 1745 war übrigens der bayerische Wittelsbacher Karl Albrecht dann Kaiser. In der Altöttinger Gnadenkapelle, in der bekanntlich die Herzen vieler bayerischer Fürsten ihre letzte Ruhe gefunden haben, ist sein Herz in einer besonders eindrucksvollen Urne aufbewahrt. Der Erbfolgekrieg um Österreich entfachte sich zu einem jahrelangen weltumspannenden Krieg, der außer in Europa auch in Amerika und Indien ausgetragen wurde. U.a. kam es zu der angesprochenen Schlacht, die für Händels „Arbeitgeber“ König Georg siegreich endete, aber rund 7.000 Soldaten das Leben kostete. Viele weitere wurden verwundet. Dass anlässlich einer Schlacht mit tausenden Toten das Lob auf den Herrgott angestimmt wurde, hätte schon aus damaliger Sicht höchst zweifelhaft sein sollen. Wenn wir ein solches Werk heute aufführen, ist jedenfalls angezeigt, sich über die Abgründe der immer noch bestehenden Vermischung von Glaube und Krieg besonders Gedanken zu machen. Das zweite Hauptwerk des Abends ist der Anthem, also Hymnus, „As pants the hart“ (HWV 251e) auf den Text des Psalms 42 „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser“. Eifrige Konzertbesucher werden sich erinnern, dass derselbe Psalm schon auf dem Programm des Bach-Chors beim letzten Konzert im März diesen Jahres stand, damals in einer Vertonung von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Ein Zufall? Vielleicht. Händel bearbeitete 1738 hier eine schon vorher einige Male umgeschrieben Komposition aus dem Jahr 1713. Zunächst plante er, das Werk an den Anfang einer neuen Kantate zu setzen. Schließlich erklang die vorzügliche Komposition dann in einem Konzert im „King's Theatre“ am „Haymarket“ in London für Händels eigene Geldbörse. In diesem Theater waren damals schon zahlreiche Opern von ihm aufgeführt worden und Musical-Fans wird es ein Begriff sein, weil hier bzw. in dessen Nachfolgebau seit 1986 Webbers „The Phantom of the Opera“ ununterbrochen gespielt wird. Begleitet wird der Bach-Chor bei diesem Konzert wieder vom vorzüglichen Kammerorchester „Viva Musica Salzburg“ unter der Konzertmeisterin Daniela Beer. Die Gesamtleitung hat Dr. Franz Krähschütz. Konzertbeginn ist am 08.11.26, 17 Uhr, in der Kirche St. Magdalena in Altötting. Der Eintritt ist frei.

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